06.30 - 08.30 Uhr

"Guten Morgen" = Bring-Zeit

Während der Bring-Zeit klingelt es im Vogelnest ständig am Lieferanten-Eingang und „Ware“ von ganz unterschiedlicher Ausschlaf-Qualität wird angeliefert.

Kinder, die sehr früh (z.B. 6.20 Uhr) zu uns kommen und noch viel Schlafbedarf haben, legen wir bei Bedarf gleich ins Bett, damit sie vollends ausschlafen können und dann ab 8.30 Uhr, wenn alle Kinder da sind, an der gemeinsamen Unternehmens-Zeit teilnehmen können.

Während der Bringzeit finden die u.U. wichtigen Tür- und Angelgespräche mit den Eltern statt, in denen Neuigkeiten übers Kind und Fragen zum Kind geklärt werden, damit die jeweils andere Seite auf dem Laufenden ist. Hungrige Kinder bekommen in dieser Zeit ihr Frühstück, das sich ausnahmsweise, z.B. nach einem U-Termin beim Kinderarzt o.ä. bis 10 Uhr erstrecken kann. Während Sandi oder Tini die Neu-Ankömmlinge entgegennehmen, spielen die schon anwesenden Kinder oder begrüßen den Neu-Ankömmling.

Kurz nach 7.45 Uhr landet dann das Vogelnest-Busle mit den Kindern aus Biberach in der Garage.

Im Idealfall wird in der Bringzeit das Mittagessen gemeinsam mit den anwesenden Kindern schon soweit vorbereitet, dass kurz vor 11.30 Uhr keine großen Arbeiten mehr notwendig sind und das Mittagessen ohne Hektik beginnen kann.

 

08.30 - 11.30 Uhr

Der Vormittag = Unternehmens-Zeit

  Sobald alle Vormittags-Kinder da sind können wir uns den jeweils anliegenden Aufgaben des Tages widmen: 

  • Hasen ins Freigehege lassen
  • Hasenstall misten 
  • Regenfallrohre vom Laub befreien 
  • Katzenklo misten 
  • Futterbehälter der Katzen auffüllen 
  • Einkaufen 
  • Hecke schneiden 
  • Rasen mähen 
  • Fenster putzen 
  • Wohnung saugen 
  • Wertstoffhof heimsuchen
  • Essen fertig kochen 
  • Garage nass rausputzen 
  • Betten neu beziehen 
  • Wäsche waschen 
  • gewaschene Wäsche aufhängen 
  • trockene Wäsche bügeln 
  • gebügelte Wäsche in Schränke räumen 
  • Mülleimer leeren 
  • Briefe zur Post bringen 
  • Treppenhaus nass rauswischen 
  • Räume jahreszeitengerecht dekorieren 
  • an heißen Sommertagen die Nutzpflanzen mit Zisternen-Wasser gießen 
  • Erdbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Äpfel, Zwetschgen, Kohlrabi, Bohnen, Gurken, Tomaten, Karotten oder sonstige Gartenschätze ernten 
  • diese geernteten Schätze haltbar machen oder gleich verzehren 
  • Unkraut jäten im Nutzgarten
  • etc. All das, was jeder Haushalt und ein Grundstück mit 900qm so mit sich bringt.

Während wir Erwachsene diese Aufgaben wo immer möglich gemeinsam mit den Kindern erledigen oder uns von ihnen helfen lassen, spielen die Kinder, die gerade nicht teilnehmen. Welche Aufgaben wann erledigt werden haben wir nach Wochentagen festgelegt, so dass ein geregelter Wochenablauf besteht.

Kinder, die auch vormittags noch eine Mütze Schlaf brauchen, schlafen von ca. 9.00 Uhr bis 10.00 Uhr nochmal. Erst wenn wir Erwachsenen in Haushalt und Garten alles erledigt haben, widmen wir unsere Zeit ausschließlich den Kindern. Dabei nimmt natürlich Bewegung an der frischen Luft breiten Raum ein.

Bei Spaziergängen im Dorf gibt es vieles zu erkunden:

  • Große Pause der Grundschule 
  • Pferde und Hühner am Zeller Berg 
  • Spielplatz im Neubaugebiet 
  • Schafherde im Rißtal 
  • Baggerbetrieb im Gewerbegebiet 
  • Gummistiefel-Spaziergang im Rosenbach 
  • Bauernhof hinterm Rosenbach
  • Pfau hinter der Kirche  
  • diverse Baustellen im Gemeindegebiet
  • Ameisenhäufen 
  • Heckenberger`s Schafe 
  • Dobler`s Biogas-Anlage 
  • Adventsfeiern und Musical der Grundschule, usw.
  • Nicht selten reicht aber eine einzelne Schnecke oder ein Regenwurm oder sonst eine Kleinigkeit, um uns vom geplanten Ausflugsziel abzuhalten und trotzdem das größere Ziel zu erreichen: Glückliche Kinder.

Aber auch außerhalb von Hochdorf sah man uns schon:

  • Baden im Jordanbad 
  • Zugfahrt nach Ulm
  • Zugfahrt nach Heidelberg
  • Busfahrt nach Biberach auf den Wochenmarkt
  • 9-Sitzer-Busle-Fahrt zum Schützen-Umzug nach Biberach 
  • 9-Sitzer-Busle-Fahrt zu Kindern, die bald altershalber aus dem Vogelnest ausscheiden 
  • Besuch des Schützentheaters in Biberach 
  • Besuch des Zirkus auf dem Gigelberg 
  • Besuch neugeborener Geschwisterkinder im Krankenhaus in Biberach
  • Zahnarztbesuch in Laupheim
  • Lebensmittel-Einkauf mit den Kindern 
  • Hautarztbesuch in Biberach 
  • Besuch der heiligen Messe in Schweinhausen 
  • Besuch im Freilichtmuseum in Kürnbach 
  • Baden im Freibad in Bad Waldsee 
  • Äpfel und Birnen kaufen auf dem Biberacher Wochenmarkt
  • Wildschwein-Gehege im Waldseer Tannenbühl besuchen 
  • Drachen steigen lassen 
  • VW-Busle-Fahrt nach Ruit zu Noahs Fußball-Camp 
  • Sandis Oma im Krankenhaus besuchen 
  • Noahs Fußball-Hallenturnier in der BSZ-Halle in Biberach besuchen 
  • Sand holen im Kieswerk A + B in Ingoldingen 
  • Weihnachtsmarkt-Besuch in Biberach 
  • Pflegeheim-Baustelle in Biberach besichtigen 
  • Plantschen in den Riesen-Pfützen im Biberacher Stadion bei Noahs Fußball-Camp
  • Kicken auf dem DFB-Spielfeld beim Stadion in Biberach 
  • Besuch bei der Biberacher Feuerwehr mit Fahrzeug-Besteigung 
  • Simon in der Nova-Clinic besuchen nach dessen Kreuzband-Riss (komisches Krankenzimmer)
  • Holz abholen bei der Firma Mühlschlegel in Oberessendorf (Tolle Gabel-Stapler) 
  • Beton-Abfälle in die Bauschutt-Deponie nach Rissegg bringen (Riesige Radlader!)

Wie man sieht sind diese 3 Stunden von 8.30 Uhr bis 11.30 Uhr eigentlich die Kern-Zeit, in der wir mit der ganzen Kindergruppe gemeinsam etwas unternehmen können. Damit wir hier auch wirklich 3 Stunden zur Verfügung haben, ist 8.30 Uhr die späteste regelmäßige Bringzeit.

 

11.30 - 12.00 Uhr

 Das Mittag-Essen = Mahl-Zeit

Da wir seit November 2008 über eine überdachte und windgeschützte Terrasse verfügen ist es vom Frühjahr bis in den Herbst hinein nur noch selten so kalt, dass wir das Mittagessen wegen Kälte im Haus veranstalten. In der Regel essen wir also draußen, was für die Kinder die normalste Sache der Welt ist, weil sie es nicht mehr anders kennen.

In dieser Zeit steht das gemeinsame Essen des gemeinsam mit den Kindern gekochten Mittagessens im Mittelpunkt. Bevor allen Kindern der obligatorische Latz umgebunden wird, helfen die größeren Kinder dabei, den Tisch zu decken.

Nachdem wir dann allen Kindern geschöpft haben, beginnen wir das Mittagessen mit folgendem Dankgebet: „Komm Herr Jesus sei unser Gast und segne AAAAALLES was Du uns bescheret hast, Amen. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.“ Während des Gebetes haben alle Kinder die Hände gefaltet und nach dem Gebet bekreuzigen wir Erwachsene uns selbst. Während des Wortes „Alles“ bewegen wir die Arme über über den Tisch und die Töpfe mit dem Essen und bewegen dabei alle 5 Finger. Kinder, die lange bei uns sind machen sowohl die Arm- und Fingerbewegung als auch ein bisschen die Bekreuzigung mit.

Die Kinder beginnen gleich nach dem Gebet zu essen, während wir Erwachsene uns jetzt erst das Essen in unsere Teller schöpfen. Ist ein Kind fertig mit essen, wird der Mund mit einem Feuchttuch geputzt und das Kind bekommt seinen Trinkbecher mit Wasser. Wenn alle Kinder gegessen und getrunken haben, geht`s ab ins Bett. Kinder, die nach dem Mittagessen von den Eltern abgeholt werden, können sich noch einmal alleine beschäftigen, während wir Erwachsene den Mittagstisch vollends verräumen und im Essbereich saugen.

Beim Essen selber achten wir darauf, dass die Kinder so viel wie möglich selber machen. Wichtig dabei ist uns, dass weder das Kind noch seine nähere und weitere Umgebung anschließend von Grund auf gereinigt werden müssen. Tischmanieren sind im Krippenalter erlernbar.

 

12.00 - 15.00 Uhr

 Der frühe Nachmittag = Schlafens-Zeit
 Neben "Spielen" ist "Schlafen" der zweite zentrale Lernort 0-3 Jähriger, denn:

Kinder lernen im Schlaf.

Das zuvor Erlebte und Erlernte wird erst im Schlaf vom „Arbeits-Speicher“ auf die „Festplatte“ geschrieben, damit es später nicht langwierig neu erlernt werden muss, sondern bei Bedarf sehr schnell und einfach abgerufen werden kann.

Deshalb schlafen alle Kinder bei uns im Vogelnest nach dem Mittagessen bis ca. 15 Uhr, weil alle Kinder im Verlaufe des Vogelnest-Vormittags sehr viel erlebt und gelernt haben. Kinder, die morgens sehr früh zu uns kommen und im Lauf des Vormittags noch mal eine Mütze Schlaf nötig haben, bekommen diese natürlich auch.

Um dieses hohe Schlafpensum verstehen zu können, müssen wir Erwachsenen uns vielleicht einmal abstrakt vor Augen führen, was die kleinen Kinder den ganzen Tag (insbesondere am Vogelnest-Vormittag) so leisten:

• ALLES ist NEU
• Jedes Sinnesorgan (Finger, Zehen, Haut, Auge, Ohr, Nase, Zunge, ...) schickt pausenlos unbekannte Daten ans Gehirn.
• Das Gehirn muss diese Daten-Flut verarbeiten
• Auf den ganzen Daten-Input versucht das Kind irgendwie zu reagieren.
• Dabei stoßen die eigenen Fähigkeiten ununterbrochen an Grenzen.
• Diese aufgezeigten Grenzen werden von den Sinnesorganen wieder gemeldet und der Lernkreislauf beginnt von vorne.

In der Erwachsenen-Welt gibt es eigentlich keine vergleichbare Situation, weil wir immer auf ein riesiges Repertoire von im Gehirn gespeicherten Verhaltensweisen zurückgreifen, wenn unsere Sinnesorgane unbekannte Daten ans Gehirn schicken. Um den ungeheuer großen Schlafbedarf 0 – 3 Jähriger ansatzweise nachvollziehen zu können, sollten wir uns vielleicht versuchen vorzustellen, wie müde WIR in einer solchen Situation wären.

Gute Laune

Der zweite Aspekt des Schlafens ist neben dem Lernen natürlich die gute Laune. Oder gibt es etwas Begeisternderes, als einen zuckersüßen Wonneproppen, der jeden Spaß mit einem strahlenden Lächeln beantwortet. Das geht aber nur mit ausgeschlafenen Kindern. Gerade für die kleinen Kinder ist es wichtig, sie schlafen zu legen, BEVOR die schlechte Laune sie zu Miese-Petern werden lässt. Das funktioniert übrigens auch bei uns Erwachsenen sehr gut.

Schlaf-Rhythmus

Schlafen ist Rhythmus-Sache. Für unsere 0 – 3 Jährigen im Vogelnest ist die Zeit nach dem Mittagessen bis ca. 15 Uhr Schlafenszeit. Dieser Bestandteil des geregelten Tagesablaufs wird nur in absoluten Ausnahmefällen verschoben. Das gibt den Kindern die nötige Sicherheit. Unser Noah hat bis weit in seine Kindergartenzeit hinein noch regelmäßig seinen Mittagsschlaf gehalten. Das hat ihm IMMER gut getan, auch wenn er es nicht immer eingesehen hat.

 

15.00 - 16.00 Uhr

 Aufwach-Müsli-Spiel-Zeit

 Ab 15 Uhr Uhr holen wir die Kinder aus den Betten, außer einzelne Kinder schlafen noch tief und fest.

Nach einer Wickelrunde für die Windelträger bzw. einer Klo-Runde für die Großen steht das gemeinsame Mittagsmüsli auf dem Programm, das wir am liebsten auf der überdachten Terrasse an der frischen Luft einnehmen, wenn es die Temperaturen zulassen.

Daran schließt sich dann schon relativ zügig die nachfolgende Abholzeit an, in der sich die Kinder wieder frei beschäftigen können, während wir uns den Eltern widmen, die gerade ihre Kinder abholen.

 
 

16.00 - 17.00 Uhr

"Ciao bis Morgen" = Abhol-Zeit

Ab 16 Uhr sind wir meistens quasi ans Grundstück gefesselt, weil in unregelmäßigen Abständen Eltern kommen, um ihr Kind abzuholen. Die Aktivitäten sind die gleichen wie zwischen 8.30 Uhr und 11.30 Uhr, nur fällt eben alles aus, wozu wir das Grundstück verlassen müssten.

Davon gibt es jedoch eine für die Eltern angenehme Ausnahme. Wenn wir Majers gegen Abend nach Biberach fahren, können wir Dank unseres 9-Sitzer-Busles bis zu 7 Kinder mitnehmen, um sie in Biberach an ihre Eltern zu übergeben. Meistens erledigen wir dabei noch irgendwelche Einkäufe oder Besorgungen, zu denen wir die Kinder dann einfach mitnehmen. Für die Kinder ist das toll, weil alle Kinder die Fahrten mit unserem Busle lieben und sie immer wieder neue Leute und unbekannte Umgebungen kennen lernen. Ganz große Kinder-Augen gibt’s zum Beispiel in der Schuhmacher-Werkstatt, wenn der Schuhmacher mit der alten fußbetriebenen Nähmaschine Lederschuhe repariert.

Für die Eltern sind unsere Kurierfahrten natürlich geschickt, weil sie nicht nach Hochdorf fahren müssen, sondern ihre Kinder direkt in Biberach von uns übernehmen können.