"Alltag mit Kind", so könnte man unsere pädagogische Arbeit mit den Kindern ganz schlicht beschreiben. Dass sich dieser "Alltag mit Kind" gerade für Erst-Eltern schwieriger darstellen kann, als die schlichte Umschreibung vermuten lässt, können sicher viele Eltern bestätigen.

Damit Ihr Euch vorstellen könnt, was Eure Kinder im Vogelnest den lieben langen Tag lang so tun und wie wir dabei mit Ihnen umgehen, haben wir unseren "Vogelnest-Alltag mit Kind" in den folgenden Punkten versucht darzustellen.

 

SPIELEN

 Als erster zentraler Lernort der 0-3 jährigen.
Zweifellos ist "Spielen" einer der zentralsten Lernorte 0-3 jähriger.

 Aber schon in einer Zwei-Kind-Familie ist es nicht mehr möglich, dass beide Kinder quasi immer nur spielen. Was manche Eltern mit einem Kind noch versuchen, ist spätestens mit dem zweiten Kind nicht mehr zu leisten. Einem Kind seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit zu schenken, es im Spiel stets zu begleiten, wenn es danach verlangt, wird durch ein zweites Kind schlicht UNMÖGLICH. NIEMAND kann den Neugeborenen stillen und gleichzeitig dem 2 Jährigen beim Turmbauen helfen. Einzige Lösung: Der 2 Jährige muss warten oder den Turm alleine bauen.

Was schon bei einer 2-Kind-Familie für jeden einsichtig nicht mehr machbar ist, funktioniert bei uns im Vogelnest natürlich auch nicht. Vielmehr lernen die Kinder bei uns, den Turm alleine zu bauen. Sie lernen also, sich selbständig im Spiel zu beschäftigen, wenn die Bezugsperson gerade keine Zeit hat. Diese Erfahrung - "ich kann mich selbst durch Spielen beschäftigen, wenn die Bezugsperson gerade keine Zeit hat" - ist gerade für erstgeborene Kinder ganz wichtig. Dazu bieten wir im Vogelnest optimale Voraussetzungen, weil wir sehr viel Wert darauf legen, dass die Kinder in der Lage sind, sich selbst zu beschäftigen, indem sie z.B. selbst vom Stuhl zum Klavier robben um Klavier zu spielen. Hier sind wir an einem ganz wichtigen Punkt unserer Erziehungsarbeit mit den Kindern, der aus „Ich-schreie-nur-nicht-wenn-ich-getragen-werde-Kindern“ selbständig spielende und damit selbständig lernende Kinder werden lässt

Folgende Situation kennt jede Mutter und jeder Vater: Nachdem wir irgendeine Haushaltstätigkeit gemeinsam mit den Kindern angefangen haben, geht den Kindern oft das Interesse an der Tätigkeit verloren, bevor die Tätigkeit abgeschlossen ist. Dann fängt das Kind an zu quengeln. Jetzt haben wir Erwachsenen 2 Möglichkeiten:

Wir können die Haushaltstätigkeit beenden und uns dem quengelnden Kind widmen und so versuchen, dem Kind gerecht werden.
Oder wir entlassen das Kind aus seinen Haushaltsdiensten, bedanken uns für die Mithilfe und stellen dem Kind frei, ein Spiel seiner Wahl zu beginnen.

Alternative 1 führt in einem schleichenden Prozess dazu, dass der Erwachsene immer weniger Zeit für Haushaltstätigkeiten hat, immer öfter dem Kind „gerecht“ wird und sich immer öfter fragt, wann er den Haushalt machen soll. Dem Kind kann er so gar nicht wirklich gerecht werden, weil er genau weiß, dass er eigentlich gerade die Haushaltsarbeit XY unerledigt vor sich her schiebt.

Die von uns angewandte Alternative 2 führte bei bisher allen 75 Kindern dazu, dass das Kind sich spielerisch alleine beschäftigt, während der Erwachsene seine Tätigkeit zu Ende bringt und sich dann aufgrund getaner Arbeit bestens gelaunt dem Kind widmen kann - WIRKLICH widmen kann. Je früher ein Kind diese Vorgehensweise verinnerlicht, desto einfacher haben es die Erwachsenen gemeinsam mit diesem Kind ihren Alltag zu meistern. Desto einfacher hat es außerdem das Kind mit den Erwachsenen, weil die Erwachsenen die Zeit mit dem Kind tatsächlich auch genießen können.

Wir glauben, dass die Kinder beim Spielen ein Recht auf Beulen, Schrammen, Kratzer und schmutzige Kleidung haben. Für uns Erwachsene sind - aus kurzfristiger Sicht - videospielende oder fernsehglotzende Kinder natürlich viel pflegeleichter als Kinder, die bei Regenwetter draußen sandeln und aus der Küche nur schnell was zum trinken holen wollen oder im Winter wegen frierender Finger vom Schneemannbauen lauthals heulend durch die Wohnung rennen. Wir wollen aber keine KURZFRISTIG pflegeleichten Kinder erziehen, sondern LANGFRISTIG selbständige und selbstbewusste Kinder.

Dazu ist es nötig, dass die Kinder beim Spielen nicht wie Porzellanpuppen in Watte gepackt werden. Vielmehr müssen sie die Möglichkeit haben, solche kleinen Pannen zu erleben.

Denn wer nicht hinfällt, kann das Aufstehen nicht lernen.

Kleine Beulen, Schrammen und Kratzer und vor allem die dazu führenden schief gegangenen Bewegungsversuche, geben dem Kind ein realistisches Gespür dafür, was es kann und was es (noch) nicht kann.

 

Unsere Kooperation mit der Ballschule Heidelberg

oder

"Lernen Sie genug, wenn Sie immer nur spielen?"

 Unsere Antwort war schon 2003 im ersten Vogelnest-Flyer:

ballschule1 ballschule2

ballschule heidelberg

 "Wie denn sonst?"

Auf einer Fortbildung an der Landessportschule in Ruit stolperte Simon dann im Herbst 2017 über die Ballschule Heidelberg so wie Du gerade über den Link zu www.ballschule.de.

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Der wissenschaftliche Hintergrund für unsere damalige Überzeugung, die sich zwischen 2003 und 2017 an mittlerweile 126 Kindern im Alter von 0 - 3 Jahren zu fundierter eigener Berufs- und Lebenserfahrung verfestigt hat, war damit gefunden: Je unangeleiteter ein Kind spielt, desto mehr Gehirn-Areale sind aktiv. Nach ganz kurzer Rücksprache mit Sandi stand schnell fest, dass wir eine Kooperation mit der Ballschule Heidelberg eingehen und schnell auch mit Leben füllen wollen. Wer sich ein genaueres Bild von der Ballschule Heidelberg machen will, kann sich durch Anklicken des ein oder anderen Linkes auf der Homepage der Ballschule Heidelberg wissenschaftlich erschöpfend informieren. Vielleicht reichen ja aber auch die demnächst hier folgenden Impressionen aus Ballschulstunden, die wir mit unseren Vogelnest-Kindern eingefangen haben.

 

KOCHEN & ESSEN

 WER kocht und isst WAS und WARUM im Vogelnest?
WIR kochen
JEDEN Tag
GEMEINSAM mit den Kindern
aus FRISCHEN Zutaten,
 die, so oft es geht, aus unserem eigenen Garten stammen,

ganz ohne Päckchen,
ganz ohne Mikrowelle,
ohne Soßenbinder,
ohne Fritteuse,
mit sehr wenig Fett,
möglichst Gluten-frei,
ohne Fixprodukte,
ohne Hipp-Gläschen,
ohne leckere aber ungesunde Nachtische,
ohne Süßigkeiten,
ohne Limonade,
ohne Fruchtsaftgetränke,
ohne gesüßte Tees,
ohne Eis,
ohne Kuchen,
ohne Muffins,
ohne Nutella,
ohne Schokolade,
ohne Bonbons, o.ä..

Kurz und bündig: Bei uns werden die frommsten Neujahrs-Vorsätze bezüglich gesundem Essen umgesetzt. Aber im Gegensatz zu den meisten Neujahrs-Vorsätzen machen wir das nicht nur bis Mitte Januar, sondern von Neujahr bis Sylvester.

Warum machen wir uns das Leben so kompliziert, nur um täglich aus frischen Zutaten mit den Kindern zu kochen? Weil die Kinder NUR so lernen, dass es sich lohnt, eine gewisse Mühe in die Nahrungszubereitung zu investieren. Außerdem können Kinder nur dann Spaß am Kochen haben, wenn sie kochen. Spaß am Kochen ist für uns eine Grundlage für gesundes Essverhalten. Deshalb machen wir uns diese „unnötige“ Arbeit. Wer meint, dass die fürs Kochen benötigte Zeit für die Kinder verlorene Zeit sei, in der sie nicht spielend oder musizierend etwas lernen, stellt sich dieses gemeinsame Kochen falsch vor: Gemeinsames Kochen ist für die Kinder eben gerade spielerisches Lernen und gleichzeitig tolle Gelegenheit, viele neue Worte zu lernen. Denn genau das, was Sie am Herd beobachten oder wobei sie mithelfen können, wiederholt sich kurze Zeit später in der Kinderküche, wenn die Kinder das Erlernte im Spiel vertiefen.

Noch ein Grund für unser täglich frisch gekochtes Essen: Dicke Kinder gibt’s genug. Dafür gibt es in den meisten Fällen zwei Gründe: Falsche Ernährung und Bewegungsarmut. Beides können wir im Vogelnest 100%ig ausschließen. Über die Folgen falscher Ernährung in Verbindung mit Bewegungsarmut kann ich niemandem etwas Neues erzählen. Über die Gegenrezepte auch nicht. Wir können aber aus eigener Erfahrung bei allen 3 Majers bestätigen, dass gesunde Ernährung und viel Sport bei konsequenter Umsetzung den angestrebten Erfolg bringen. Je konsequenter man ist & ißt, umso erfolgreicher ist man. Und es macht Spaß! ! ! ! ! ! !

Noch ein Wort zu Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Erbsen und Zwetschgen, die bei uns auf dem Grundstück wachsen oder gewachsen sind: Diese Geschenke der Natur an einem schönen Sonnentag frisch von der Pflanze sonnenwarm in den Mund zu stecken kann ein kulinarischer Hochgenuss sein. Voraussetzung dafür ist aber ein Gaumen, der noch nicht vom regelmäßigen Verzehr von Süßigkeiten oder Nutella + Co. geschmacksbetäubt wurde.

Wie gut schmeckt eine Erdbeere, wenn man sie an einem herrlichen Sommernachmittag aus der prallen Sonne pflückt und sofort isst?
Wie gut schmeckt genau die gleiche Erdbeere, wenn man direkt vor der Erdbeere ein Stückchen Schokolade gegessen hat?
 

HAUSHALT

 Was lernt ein 0-3 jähriges Kind im Haushalt schon? Besser gefragt: Was nicht?

 Sandi begann gerade am Herd damit, GEMEINSAM mit den Kindern Gemüsebratlinge anzubraten und holte dazu eine Pfanne aus dem Schrank. Als „Otto“, unser Name-wurde-geändert-Kind, die Pfanne sah, sagte er:

„Öl auch“.

Warum halte ich das für erwähnenswert?

„Otto“ kocht offensichtlich mit Feuer-Eifer, sonst hätte er nichts gesagt, sondern weitergeträumt.

„Otto“ kocht nicht zum ersten Mal, sonst wüsste er nicht, dass Öl zum Anbraten nötig ist.

„Otto“ lernt beim täglichen Kochen Dinge, die er in seiner Studenten-WG gut brauchen kann.

Unsere täglich praktizierte Haushaltspädagogik bereitet „Otto“ auf ein selbständiges Leben vor.

„Otto“ wird  sich selbst gesund ernähren können, ohne auf Andere angewiesen zu sein.

„Otto“ wird es gewohnt sein, Haushaltsarbeit zu verrichten, weil er es TÄGLICH als selbstverständliche Notwendigkeit erfahren hat, Haushaltsarbeit wenn auch nicht immer MIT SPASS, so doch wenigstens OHNE SCHLECHTE LAUNE, zu erledigen.

Der Mensch lernt, was er regelmäßig tut. Und der Mensch lernt sehr gut und tut dann gern, was er MIT SPASS regelmäßig tut. Das gilt für kleine Kinder noch stärker als für Menschen allgemein. Da wir als Erwachsene bestimmen, was kleine Kinder tun, tragen wir die volle Verantwortung für das, was die Kinder lernen - und was nicht. Wenn die Vogelnest-Kinder auch nach der Zeit bei uns weiterhin regelmäßig gut gelaunt erledigte Haushaltsarbeit miterleben, bin ich fest davon überzeugt, dass sie sehr früh zu selbständigen jungen Menschen werden, die zum Beispiel in der Lage sind, ihr Kinderzimmer selbst ordentlich zu halten oder ihre Sporttasche SELBST zu packen, oder, oder, oder...... Das ist nicht mehr selbstverständlich.

Unser Noah zum Beispiel TRAUT sich zu, sein Zimmer SELBST in Ordnung zu halten, weil er es von Kindes Beinen an selbst tut. Im vorigen Satz sind die Worte „traut“ und „selbst“ hervorgehoben, weil sie die Basis für eines unserer 3 wichtigsten Erziehungsziele sind: Selbstvertrauen. Dadurch, dass wir die Kinder in unsere Haushaltsarbeit aktiv mit einbeziehen, lernen die Kinder, dass sie selbst etwas Sinnvolles und Notwendiges tun können, dass sie sich selbst etwas zutrauen können, dass sie jeden erdenklichen Grund haben, Selbstvertrauen zu haben.

Auf dem Weg zu unserem wichtigstem Erziehungsziel, der Selbständigkeit, sind die Kinder auf unsere anderen beiden wichtigen Erziehungsziele, die Sprache und die Bewegung, essentiell angewiesen. Viele Haushaltsarbeiten lassen sich in mehrere einfache Teil-Tätigkeiten aufspalten, damit Kinder eine sinnvolle und notwendige Aufgabe erhalten, an deren Erfüllung ihr Selbstvertrauen wachsen kann.

So können die Kinder zum Beispiel beim Wäsche Aufhängen damit beauftragt werden, die Wäscheklammern einzeln oder später paarweise aus dem am Boden stehenden Klammer-Eimer zu holen und dem Erwachsenen zu geben, damit dieser die Wäsche „schneller aufhängen kann, als wenn er sich jedes mal bücken müsste“. Natürlich geht das deutlich langsamer, als wenn man die Tätigkeit alleine verrichtet. Aber es motiviert das Kind erheblich, wenn ihm die Tätigkeit sinnvoll und notwendig erscheint und der Erwachsene dem Kind den Eindruck vermittelt, dass die vom Kind erledigte Arbeit für ihn eine echte Hilfe ist. Kurzfristig ist diese Vorgehensweise sicher ein zeitliches Minusgeschäft für den Erwachsenen. Aber langfristig spart man sich viel Zeit und Nerven, wenn der 10-jährige Sohn sein Zimmer selbstständig sauber hält oder seine Sportklamotten selber zum Trocknen aufhängt. Die Grundlagen werden im Krippenalter gelegt.

Eine Mutter wurde während einer routinemäßigen Vorsorge-Untersuchung ihres Kindes von der Kinderärztin gefragt, ob ihr Kind bei Majers im Vogelnest sei. Die Mutter wunderte sich: „Warum fragen Sie das?“

„Es räumt so schön auf“ war die Antwort der Kinderärztin.

 Regelmäßige Teilnahme an gut gelaunt erledigter Haushaltsarbeit scheint sich zu lohnen.

 

GARTEN

 Wozu, außer zum Spielen, brauchen 0-3 jährige einen Garten?

Auch die Gartenarbeit erledigen wir möglichst oft GEMEINSAM mit den Kindern.

 Den Grund dafür habe ich unter „Haushalt“ darzustellen versucht. Folgende Gartenarbeiten werden im Vogelnest also häufig gemeinsam mit den Kindern erledigt:

Rasen mähen
Hecke schneiden
Äste sägen
Blumen gießen
Nutzpflanzen gießen
Rasenmäher reinigen
Bäume schneiden
Gartenabfälle zum Bauernhof bringen
Unkraut jäten wir nur selten
Erdbeeren ernten und essen
Brombeeren ernten und essen
Zwetschgen ernten und essen
Himbeeren ernten und essen
Zwetschgenkompott herstellen
Rhabarber ernten und zu Kompott verarbeiten
Äpfel ernten und zu Kompott und Apfelmus verarbeiten
Komposthaufen umschlagen
Hasenstall ausmisten
Heu holen
den Hasen Augentropfen verabreichen
Zaunbretter streichen
Zaunbretter sägen
Bretterzaun bauen
Markise reparieren
kleine Brennholz-Hütte bauen
Schnee schippen
Laub rechen
Spiel-Erdhaufen auflockern
offenen Kamin von Asche säubern, ...

Der Garten ist auch ein wichtiger Grund für unser täglich frisch gekochtes Essen. Hier lernen die Kinder den natürlichen, gesunden und abfalllosen Nahrungsmittel-Kreislauf direkt auf unserem Grundstück kennen. Wir zeigen den Kindern die Apfelblüten und die Bienen, die die Blüten bestäuben. Die Kinder sehen im Laufe des Sommers, wie aus Blüten kleine Äpfel und aus den kleinen Äpfeln schließlich Äpfel werden. Beim gemeinsamen Apfelernten helfen die Kinder anfangs begeistert mit bevor sie lernen, sich selbst zu beschäftigen, während wir Erwachsenen die Arbeit zu Ende bringen. Dann steht das große Apfelschneiden auf dem Programm, bei dem die Kinder dutzendfach erfahren, dass gesunde Äpfel faulige Druckstellen und Würmer haben, die es herauszuschneiden gilt. Sind die Äpfel geschnitten werden sie entweder zu Apfelmus oder zu Apfelkompott weiterverarbeitet.

Beides wird in Mehrweg-Gläsern in den Keller getragen oder in Vakuum-Beuteln eingefroren, von wo es die Kinder das ganze Jahr über dann wieder als Grundlage für das tägliche Müsli hervorholen. Bleibt etwas übrig oder ist etwas schlecht geworden, wandert es vor den Augen der Kinder zunächst in den Kompost-Eimer, der - wenn er voll ist – gemeinsam mit den Kindern auf den Kompost geleert wird. Wenn der Komposthaufen dann schließlich umgeschlagen wird und sich größtenteils in fruchtbaren Boden verwandelt hat, schließt sich der Kreis. Auf diese simple Weise lernen die Kinder bei uns die ganze Lebensgeschichte des Apfels kennen. Vielleicht ist das unspektakulär und pädagogisch nicht der neueste Schrei, aber wir sehen an unseren Vogelnest-Kindern, dass es sich lohnt.

Eine Gummibärchen-Lebensgeschichte wäre aus chemischer Sicht sicher auch interessant, aber vermutlich deutlich ekliger, als Würmer aus Äpfeln zu schneiden.
 

AUSFLÜGE

 Sind Ausflüge mit 0-3 jährigen nicht unnötig oder gar schädlich?

Fahrten mit dem öffentlichen Bus nach Biberach.

Baden gehen im Jordanbad in Ummendorf und im Freibad in Bad Waldsee
Besuch der Umzüge beim Biberacher Schützenfest sowie des Schützentheaters
Besuch des Zirkus auf dem Biberacher Gigelberg

Besuch im Kreisfreilichtmuseum in Kürnbach

Besuch des Wildschwein-Geheges im Tannenbühl in Bad Waldsee und beim Schloss in Mittelbiberach.

Drachen steigen lassen an windigen Tagen
Zugfahrt nach Ulm gemeinsam mit Noahs erster Klasse.

Mit Gummistiefeln durchs Hochdorfer Rosenbächlein zu laufen, war für die Kinder ein Heidenspaß, genau wie das anschließende Bad in der Vogelnest-Badewanne.

Fahrt nach Stuttgart/Ruit, um Noah ins Fußball-Camp zu bringen.

Besuch einer Vogelnest-Mutter im Krankenhaus nach der Entbindung des dritten Kindes.
Besuch im Krankenhaus nach einem  Schulter-Bruch.

Besuch von Noahs Fußball-Hallenturnier in der Biberacher BSZ-Halle
Sand holen im Kieswerk in Ingoldingen mit ganz vielen Eimern und 3 schaufel-motivierten Vogelnest-„Bauarbeitern“, die vor Respekt erstarrten, als ein riesiger Muldenkipper vorbei fuhr.

Besuch des Weihnachtsmarktes in Biberach und Übergabe der Kinder an die Eltern.
Besuch bei einer ehemaligen Angestellten nach der Geburt ihres ersten Kindes.
Besuch der riesigen „Bagger-Baustelle“ fürs neue Pflegeheim in Biberach.
Fahrt ins Stadion BC mit ausgiebigem Pfützen-Plantschen nach warmem Regenschauer.

Fahrt zum DFB-Spielfeld am Biberacher Stadion zum „Vuball“-Spielen.

Besuch bei der Biberacher Feuerwehr, wo wir sogar auf und in die Fahrzeuge durften.
Zahnarztbesuche in Laupheim und Hautarztbesuche in Biberach.

Besuch in der Nova-Clinic nach Simons Kreuzband-Operation inkl. Massageterminen.
Holz-Abholung bei der Firma Mühlschlegel für den neuen Gartenzaun.
Besuch bei einem Vogelnestler, der mit Gipsbein zuhause bleiben musste.

Zugfahrt nach Heidelberg und zurück mit 4 Vogelnestkindern und Noah, um Noah ins Zeltlager nach Heidelberg zu bringen. Dieser Tag im Zug war für alle 7 Beteiligten richtig schön anstrengend: Ich glaube, wir mussten auf Hin- und Rückfahrt jeweils zweimal umsteigen. Das „schön“ hat das „anstrengend“ aber bei weitem überwogen. Oder war das "anstrengend" gar Voraussetzung für das "schön"??? Wie die 4 Kleinstkinder mit ihrem „großen Bruder“ den gesamten Zugabteil unterhielten war jedenfalls äußerst sehenswert. Sowohl die Kinder als auch (fast) alle Mitreisenden im Zug hatten ihre helle Freude.

Dass die Kinder vor lauter Aufregung im Zug nicht schlafen konnten, versteht sich von selbst, konnte letztlich aber nicht verhindern, dass die Zugfahrt nach Heidelberg für alle Vogelnestler ein unvergesslich positives Erlebnis war.

Warum machen wir solche für die Kinder zum Teil recht anstrengenden Ausflüge?

Solche Ausflüge strengen die Kinder und uns natürlich an. Sie bringen sogar eine gewisse Unruhe (oder Abwechslung?) in den Alltag. Das wichtigste gerade an den längeren Ausflügen ist aber, dass sie den Horizont der Kinder erweitern. Und zwar den Horizont an Dingen und Unternehmungen, von denen die Kinder wissen, dass sie sie bewältigt haben. Mit jeder gelungenen Unternehmung und jedem erlebten Ausflug wächst das Selbstvertrauen der Kinder wieder ein Stückchen. Bei einem Ausflug wie zum Beispiel dem Spaziergang durchs Rosenbächle ist das leicht einzusehen, weil sich jeder vorstellen kann, dass die Kinder davon profitieren können.

Aber auch 2 Stunden lang in einer Arztpraxis die Zeit zu erschlagen,
bis die Untersuchung abgeschlossen ist, bringt die Kinder weiter,
weil dieses Warten-Müssen ihre Geduld schult,
wenn wir Erwachsenen Geduld mit Freude  vorleben.

 

SCHLAFEN

Als zweiter zentraler Lernort der 0-3 jährigen.
Neben "Spielen" ist "Schlafen" der zweite zentrale Lernort 0-3 jähriger, denn:

Kinder lernen im Schlaf.

Das zuvor Erlebte und Erlernte wird erst im Schlaf vom „Arbeits-Speicher“ auf die „Festplatte“ geschrieben, damit es später nicht langwierig neu erlernt werden muss, sondern bei Bedarf sehr schnell und einfach abgerufen werden kann.

Deshalb schlafen alle Kinder bei uns im Vogelnest nach dem Mittagessen bis ca. 15 Uhr, weil alle Kinder im Verlaufe des Vogelnest-Vormittags sehr viel erlebt und gelernt haben. Kinder, die morgens sehr früh zu uns kommen und im Lauf des Vormittags noch mal eine Mütze Schlaf nötig haben, bekommen diese natürlich auch.

Um dieses hohe Schlafpensum verstehen zu können, müssen wir Erwachsenen uns vielleicht einmal abstrakt vor Augen führen, was die kleinen Kinder den ganzen Tag (insbesondere am Vogelnest-Vormittag) so leisten:

ALLES ist NEU
Jedes Sinnesorgan (Finger, Zehen, Haut, Auge, Ohr, Nase, Zunge, ...) schickt pausenlos unbekannte Daten ans Gehirn.
Das Gehirn muss diese Daten-Flut verarbeiten
Auf den ganzen Daten-Input versucht das Kind irgendwie zu reagieren.
Dabei stoßen die eigenen Fähigkeiten ununterbrochen an Grenzen.
Diese aufgezeigten Grenzen werden von den Sinnesorganen wieder gemeldet und der Lernkreislauf beginnt von vorne.

In der Erwachsenen-Welt gibt es eigentlich keine vergleichbare Situation, weil wir immer auf ein riesiges Repertoire von im Gehirn gespeicherten Verhaltensweisen zurückgreifen, wenn unsere Sinnesorgane unbekannte Daten ans Gehirn schicken. Um den ungeheuer großen Schlafbedarf 0 – 3 Jähriger ansatzweise nachvollziehen zu können, sollten wir uns vielleicht versuchen vorzustellen, wie müde WIR in einer solchen Situation wären.

Gute Laune

Der zweite Aspekt des Schlafens ist neben dem Lernen natürlich die gute Laune. Oder gibt es etwas Begeisternderes, als einen zuckersüßen Wonneproppen, der jeden Spaß mit einem strahlenden Lächeln beantwortet. Das geht aber nur mit ausgeschlafenen Kindern. Gerade für die kleinen Kinder ist es wichtig, sie schlafen zu legen, BEVOR die schlechte Laune sie zu Miese-Petern werden lässt. Das funktioniert übrigens auch bei uns Erwachsenen sehr gut.

Schlaf-Rhythmus

Schlafen ist Rhythmus-Sache. Für unsere 0 – 3 Jährigen im Vogelnest ist die Zeit nach dem Mittagessen bis ca. 15 Uhr Schlafenszeit. Dieser Bestandteil des geregelten Tagesablaufs wird nur in absoluten Ausnahmefällen verschoben. Das gibt den Kindern die nötige Sicherheit. Unser Noah hat bis weit in seine Kindergartenzeit hinein noch regelmäßig seinen Mittagsschlaf gehalten. Das hat ihm IMMER gut getan, auch wenn er es nicht immer eingesehen hat.

 

SPIELZEUG

 Qualität statt Quantität, weniger ist mehr, Phantasie statt Quengelei.

 "Ein jeder Wunsch wenn er erfüllt, kriegt augenblicklich Junge." Wilhelm Busch

Reizüberflutung ist im Bereich der Spielsachen genauso problematisch wie im Bereich der Ernährung. Damit ein Kind mit wenigen Spielsachen ZUFRIEDEN spielen kann ist viel Phantasie nötig. Überschüttet man aber ein Kind regelrecht mit Spielsachen - oder hindert man Oma und Opa nicht daran - hat das Kind keinen Grund, sich phantasievoll mit dem einzelnen Spielzeug zu beschäftigen. Sind alle Spielzeuge dann in relativ kurzer Zeit bekannt, wird schnell der Ruf nach dem nächst größeren, dem nächst lauteren, dem nächst tolleren, also einfach der Ruf nach dem NÄCHSTEN Spielzeug laut.

Die Anspruchshaltung des Kindes steigt und mit ihr auch die Unzufriedenheit des Kindes, falls die Wünsche nicht erfüllt werden. Man läuft Gefahr, eine Spirale in Gang zu setzen, die nur mit viel Geduld wieder zu stoppen ist. Wenn sich das Kind trotzdem weiterhin freuen soll, müssen - in immer kürzeren Zeitabständen - immer größere Reize geschaffen werden.

 Aufgrund dieser Ansichten über Spielsachen halten wir es damit grundsätzlich wie folgt:

Weniger ist mehr

Holz statt Plastik. Holz ist einfach dauerhafter als Plastik und vor allem ein Naturprodukt. Spielzeug aus Plastik geht schneller kaputt und ist nur schlecht zu reparieren

Plastik nur, wo es sich nicht vermeiden lässt (Bobby-Cars sind einfach toll)

Alltagsgegenstände faszinieren mehr & länger als blinkend-quiekende Tamagochis u.ä.

Flohmarkt-Kruschd“ fasziniert die Kinder. Deshalb finden sie bei uns eiserne Kartoffel-Stampfer und Kartoffel-Drücker, hölzerne Kaffeemühlen, von Hand betriebene Teigrührer, Fleisch-Wölfe, Schnitzel-Klopfer, leere aber trotzdem intensiv duftende Gewürz-Gefäße, Blech-Teller & Tassen, Wählscheiben-Telefone, Holz-Handy`s, alte mechanische Waagen und Briefwaagen, einen Schlüssel-Bund mit ganz vielen Schlüsseln, Blech-Milchkannen, stumpfes Besteck fürs Bohnenbad, blecherne Zuckerstreuer, drahtige Eier-Schneider, hölzerne Gewinde-Nussknacker, mechanische Eis-Kugel-Löffel, blecherne Kuchen-Formen, Pfeffermühlen, Dreh-Reiben, mechanische Wecker, alte Stempel, batteriebetriebene Mini-Nähmaschinen, eine mechanische Schreibmaschine, ..... Mal sehen, was der nächste Flohmarkt zu bieten hat.

Wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen (Pearl S. Buck). Für 0 - 3 Jährige ist praktisch alles neu und aufregend, denn sie kennen ja noch nichts von alledem, was ihnen tagtäglich begegnet. Das gilt auch für Spielsachen, auch wenn wir Erwachsene den Gegenstand oft nicht als Spielzeug wahrnehmen.

Reales Erleben ist mehr wert als jedes Bilderbuch. Die haushohen Muldenkipper im Ingoldinger Kieswerk haben die „nur“ 20 Meter entfernten Kinder hundertfach mehr beeindruckt als es der identische Muldenkipper in einem Bilderbuch selbst nach hundertmaligem Betrachten hätte schaffen können. Das Bilderbuch kann dem Kind später dann natürlich beim Verarbeiten des in der Realität Gesehenen behilflich sein. Ein Bilderbuch kann aber niemals reales Erleben ersetzen.

Das Aufräumen des Spielzeuges ist für uns auch ein wichtiger Bestandteil der Erziehung kleiner Kinder. Das Spielzeug ist das Werkzeug und das Material der Kinder. Nach dem Sprung ins Erwachsenen-Alter tun sich Kinder mit der Organisation ihres eigenen Schreibtisches oder ihrer eigenen Werkbank viel leichter, wenn sie schon mit Windeln am Po gelernt haben, dass man das nächste Spiel/Projekt/Werkstück erst dann beginnt zu bearbeiten, wenn das Vorherige wenigstens wieder ordentlich aufgeräumt oder noch besser abgeschlossen ist.

Dass wir aufs Aufräumen des Spielzeugs viel Wert legen, dass wir das Aufräumen deshalb auch konsequent einfordern und dass wir darauf auch stolz sind, erkennt man an folgender kleiner Geschichte:

Eine Mutter wurde während einer routinemäßigen Vorsorge-Untersuchung ihres Kindes von der Kinderärztin gefragt, ob ihr Kind bei Majers im Vogelnest sei. Die Mutter wunderte sich: „Warum fragen Sie das?“

„Es räumt so schön auf“ war die Antwort der Kinderärztin.

 

FRISCHLUFT

 Macht glücklich, müde und gesund.
Grundsätzlich gilt im Vogelnest:Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.

Viel Bewegung an der frischen Luft macht glücklich, müde und stärkt außerdem die Abwehrkräfte. Und was kann man sich als Eltern mehr wünschen, als gesunde und glückliche Kinder?

Im Vogelnest lässt sich schön beobachten, dass die Kinder nach einem an der frischen Luft verbrachten Vormittag nach dem Mittagessen tendenziell ruhiger und länger schlafen, als wenn sie den ganzen Vormittag im Haus unterwegs waren. Wir setzen die Kinder deshalb ganz gezielt so oft und so lang wie möglich dieser einzig empfehlenswerten, natürlichen Schlaftablette Frischluft aus.

Das tun wir in dem Wissen, dass die Frischluft erstens das Immunsystem der Kinder stärkt und zweitens während des anschließenden Mittagsschlafes die am Vormittag neu gemachten Erfahrungen sich intensiv in das Gedächtnis des Kindes einprägen. Das Kind lernt quasi beim Schlafen.

Neben den selbstverständlichen Tätigkeiten im Freien wie Spazieren laufen, Sandeln, Spielplatz erkunden, Hasenstall ausmisten und Gartenarbeiten, kommt bei uns das Essen im Freien als kleine Besonderheit dazu. In unserem überdachten Eingangsbereich können wir vor Regen und Sonne geschützt im Freien essen. Solange es die Temperaturen und der Verlauf des Vormittags zulassen, nehmen wir jede Gelegenheit dazu auch gerne wahr. Aber auch wenn die Temperaturen angenehm sind kann es sein, dass wir im Haus essen, zum Beispiel weil der Vormittag ein bisschen hektisch war oder weil die aktuelle Sauberkeitserziehung kurze Wege zum WC erfordert.

 

HAUSTIERE

Was haben 0-3 jährige von Hasen, Katzen und Fischen?
Warum Hasen, Katzen und Fische?

In der Schwäbischen Zeitung habe ich vor einiger Zeit einen Artikel über wissenschaftliche Studien gelesen, wonach Kinder, die auf Bauernhöfen aufwachsen, weniger als alle anderen Kinder an Allergien erkranken. Das erscheint nachvollziehbar: Wenn sich ein Immunsystem von frühester Kindheit an gegen viele verschiedene Belastungen zur Wehr setzen muss (Mu-Kaka (Rinderkot), Miau-Kaka (Katzenkot), stechende Stall-Fliegen, Stroh- und Heustaub und alles, was auf einem Bauernhof sonst noch so kreucht und fleucht), wird es deutlich besser funktionieren als ein Immunsystem, das nur beim jährlichen Kinderarztbesuch „Feindkontakt“ zu Viren und Bakterien zu vermelden hat.

Das heißt für uns, dass wir die Kinder nicht davor behüten, gelegentlich mit Schmutz und Tieren in Kontakt zu treten. Denn egal was wir auch tun: Wir können nicht verhindern, dass Kinder krank werden. Wir können höchstens dazu beitragen, dass Kinder ein gut funktionierendes Immunsystem aufbauen. Dazu dürfen wir sie aber nicht vor allem und jedem zu schützen versuchen, sondern müssen sie mit viel Bewegung an frischer Luft und einer GESUNDEN Portion Schmutz konfrontieren.

Dazu dienen uns im Vogelnest sowohl unser Tiere als auch unsere diversen Beeren-Sträucher. Stand 18. Mai 2012 haben wir zwei Katzen (der gelbbraune Kater „Maunz“ und seine schwarz-weiß-gelbbraune Schwester „Miez“), einen Hasen („Neo“ (schwarz)) und zu guter letzt 2 Fische (Sissy & Jonas). Neben dem Spielen und dem Betrachten der Tiere erleben die Kinder bei uns im Vogelnest regelmäßig auch, dass die Tiere Arbeit verursachen in Form von Füttern und Misten. Diese Dinge werden gemeinsam mit den Kindern erledigt, so dass die Kinder die Tiere im wahrsten Sinn des Wortes mit Haut und Haaren kennen lernen und dabei ihr Immunsystem aktivieren.

Auch das Essen der sonnenwarmen Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Äpfel und Zwetschgen direkt vom Strauch nur nach vorheriger Sichtprüfung auf grobe Verunreinigungen mutet den Kindern ein gewisses Maß an Schmutzkontakt zu, das wir gerade in Verbindung mit dem Geschmackserlebnis für wichtig und gesund halten.

Unsere beiden Katzen sind zwar absolut zutraulich und haben noch nie ein Kind beim Spielen aus Versehen gekratzt oder gebissen. Nur wenn sie von den Kindern richtig kräftig am Schwanz gezogen werden, wehren sie sich mit Fauchen und Kratzen. Deshalb ist „Katze-am-Schwanz-Ziehen“ strikt verboten und wurde bisher von keinem Kind mehr als einmal gemacht, obwohl wir Erwachsene dafür noch nie Sanktionen verhängen mussten. Das regeln Katzen und Kinder untereinander.

Dadurch, dass wir unsere Tiere täglich versorgen, lernen die Kinder die Hege und Pflege von Tieren als normalen Bestandteil des Tagesablaufs kennen und wissen, was es heißt, sich um Tiere zu kümmern. Verantwortung für ein Tier ist ihnen dadurch nicht gänzlich fremd. Und wenn wir selbst einmal damit überfordert sind, unsere Tiere zu pflegen, bringen wir die kranken Tiere gemeinsam mit den Kindern zum Tierarzt, wo sie im Wartezimmer die Bekanntschaft mit anderen Tieren und deren zum Teil etwas ruppigeren Umgangsformen machen und so ihren Horizont wieder ein Stück erweitern.

Die auf unserem Grundstück mietfrei wohnenden Regenwürmer und Ameisen kann man wohl kaum als Haustiere bezeichnen. Dennoch finden es die Kinder total spannend, einen Regenwurm von Hand zu Hand kriechen zu sehen. Ganz Mutige stellen sogar ihre eigene kleine Hand als Regenwurm-Teststrecke zur Verfügung.